BEOBACHTER.CH – Zwangsversorgte: «Ich bitte Sie von ganzem Herzen um Entschuldigung»
Textausschnitte: Die offizielle Schweiz will mit dem Anlass «einen Beitrag zur Anerkennung der schwierigen Umstände» leisten, in denen diese Menschen aufgewachsen seien, heisst es in der Einladung. Das ist löblich. Doch für Ursula Biondi, 1967 von den Vormundschaftsbehörden als schwangere 17-Jährige ein Jahr lang als «Erziehungsmassnahme» ins Frauengefängnis Hindelbank gesteckt, ist klar: Mit salbungsvollen Reden und belegten Brötchen geben sich die Betroffenen am 11. April nicht zufrieden. «Was es braucht, ist eine offizielle Entschuldigung», sagt sie. Und: «Aufs Tapet kommen muss nun endlich auch die Frage der finanziellen Entschädigung.» Das dunkle Kapitel abschliessen. Ein grosser Teil der Opfer lebt in finanziell prekären Verhältnissen. Selbst jene, die genügend Kraft und Glück gehabt hätten, sich eine Existenz aufzubauen, seien bis heute traumatisiert und innerlich gebrochen, so Biondi. «Entschädigungen machen die Verletzungen, die man uns zugefügt hat, nicht rückgängig», sagt sie. «Aber sie wären ein Zeichen dafür, dass man anerkennt, uns Unrecht angetan zu haben.»