Interview: VPOD | Interview mit Elisabeth Keller. Die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen hat die Opfer dabei unterstützt, die Anerkennung des Unrechts einzufordern, das an ihnen begangen wurde. Obwohl es sich ja nicht um ein spezifisches Frauenthema handelt, oder? Elisabeth Keller:  Natürlich waren sowohl Frauen als auch Männer von Behördenzwang betroffen. Aber es gibt – nicht nur beim Eingriff in die Reproduktionsrechte – auch eine frauenspezifische Seite dieser Gewalt. «Meine» Involvierung begann 2007 mit dem Telefon einer verzweifelten Ursula Müller-Biondi, einst Zwangsversorgte in Hindelbank, die mit ihrer Lebensgeschichte auf Unglauben, ja Ablehnung stiess. Ich begann zu recherchieren. Es brauchte viel Hartnäckigkeit und die Mithilfe der Zeitschrift Beobachter, bis die Behörden bereit waren, mit uns dieses Thema anzugehen. Und bis zu einer ersten öffentlichen Entschuldigung von Bundesrätin Widmer-Schlumpf, die für viele Zwangsversorgte grosse Bedeutung hat. Dossier: Unter Zwang (S. 11-17)

Theater: «Ein brisantes Thema wird auf die Bühne gebracht» – Die Geschichte erzählt von Ursula Biondi – einem Mädchen das in den 1970er Jahren «zur Nacherziehung» in der Berner Strafanstalt Hindelbank eingesperrt wurde.

Referat: Dr. Thomas Huonker, Historiker – Frauen im Kampf gegen administrative Zwangsmassnahmen – (S. 15-16) Diese aktuelle Phase des Widerstands und der Forderung nach Rehabilitation und finanzieller Abfindung der Opfer, nach Anerkennung und Aufarbeitung des geschehenen Unrechts und der Täter und Strukturen dahinter im Wesentlichen einer einzigen Frau zu verdanken, die im Jahr 2002 den Kampf gegen die administrativen Zwangsmassnahmen neu aufnahm. Es ist die Zürcherin Ursula Müller‐Biondi.
Calvensaal, Chur

KATH.CHAnna-Göldi-Menschenrechtspreis für Opfer staatlicher Willkür – Am 13. Juni 2015 wurde in Ennenda (Gemeinde Glarus) der dritte Menschenrechtspreis im Namen von Anna Göldi verliehen. Die beiden Preisträger Ursula Biondi und Arthur Honegger wurden in jungen Jahren Opfer von staatlicher Willkür. Welche Parallelen hat dieser Preis zur historischen Figur Anna Göldi? kath.ch besucht mit Walter Hauser geschichtsträchtige Plätze in Glarus. Sollte man einen über 230 Jahre alten Justizmord nicht endlich ruhen lassen? Die ehemalige Bundesrätin Elisabeth Kopp nimmt als Stiftungsrätin dazu Stellung.

ARTV.CHHänggiturm Ennenda | Anna-Göldi-Preis 2015 wurde in Ennenda (Gemeinde Glarus) der dritte Menschenrechtspreis im Namen von Anna Göldi verliehen Die beiden Preisträger Ursula Biondi und Arthur Honegger wurden in jungen Jahren Opfer von staatlicher Willkür. Welche Parallelen hat dieser Preis zur historischen Figur Anna Göldi? kath.ch besucht mit Walter Hauser geschichtsträchtige Plätze in Glarus. Sollte man einen über 230 Jahre alten Justizmord nicht endlich ruhen lassen? Die ehemalige Bundesrätin Elisabeth Kopp nimmt als Stiftungsrätin dazu Stellung.

Podiumsdiskussion: Tagung in der Reihe «Erinnerung – Verantwortung – Zukunft» – im Rahmen des schweizerischen Holocaust-Gedenktages in der Nordwestschweiz in Aarau - Zwangsmassnahmen an Minderjährigen in der Schweiz des 20. Jahrhunderts. Moderation: Martin Lengwiler, Basel - Podiumsdiskussion u.a. mit: Ursula Biondi, Präsidentin Verein «RAVIA Rehabilitierung der Administrativ Versorgten»
Anfrage-E-Mail

BÜNDER TAGBLATT«Die Gesellschaft muss wissen, was damals geschah» – Ursula Biondi aus Zürich kam im Jahr 1967 mit 17 Jahren in die Frauenstrafanstalt Hindelbank – ohne Anhörung. Bis Ende 1981 gehörte es zur Versorgungspraxis, dass Behörden Jugendliche und Erwachsene ohne juristisches Verfahren in eine Anstalt schicken konnten. Ein Unrecht, das «niemals wiedergutzumachen ist».

BÜNDER TAGBLATT Leitartikel: Larissa M. Bieler über die Praxis der administrativen Versorgung – Eine ethische und menschliche Schuld. Textausschnitt: Der Bund hat sich im Jahr 2010 entschuldigt, Anfang November 2014 hat der Bundesrat entschieden, dass er das Unrecht aufarbeiten lassen will. Auch der Kanton Graubünden hat sich bereit erklärt, die menschenverachtende Behörden Praxis der administrativen Versorgung historisch aufzuarbeiten.

Interview: 40 Jahre EKF – das Jubiläumsheft Im Januar 1976 setzt der Bundesrat auf Druck der Frauenorganisationen die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen EKF ein – Ihre Aufgabe ist es, die Situation der Frauen in der Schweiz zu analysieren und dem Bund Vorschläge zu unterbreiten, wie die Diskriminierung von Frauen wirkungsvoll bekämpft werden kann. Die EKF fragt: Welchen Einfluss hatten Geschlechterstereotype auf Ihr Leben? Ursula Biondi antwortet S. 48+49 «Grundsätzlich waren immer wir Mädchen Schuld.»

Tele Top – Top News: Verdingkinder - Wiedergutmachungsinitiative eingereicht

Veranstaltung: Rheinfelder Tage «Psychosomatik und Trauma» – Schweizerische Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin SAPPM, Interdisziplinären Netzwerks Psychotraumatologie Schweiz, INPS Traumatisierung durch administrative Versorgungen in der Schweiz des 20. Jahrhunderts Dr. phil. des. Loretta Seglias, Frau Ursula Müller Biondi. Bis in die 80er Jahre kannte die Schweiz die Praxis sogenannter «fürsorgerischer Zwangsmassnahmen». Dazu gehörten administrative Versorgungen; Einweisungen in geschlossene Institutionen / Strafanstalten ohne Gerichtsurteil. Über die Folgen einer solchen Massnahme spricht die Historikerin Loretta Seglias mit der Betroffene Ursula Müller-Biondi.

LANDBOTE.CH – «Ich werde täglich bestraft». Als Mädchen rebellierte sie – das brachte Madeleine Ischer nach fast zwanzig Stationen in Heimen in die Strafanstalt Hindelbank. Heute will die 65-Jährige vor allem eines: den Lohn für die Arbeit, die sie im Gefängnis machen musste. 
Textausschnitt: Ein Liebesbrief in der Akte – Erst 2009 hat Madeleine Ischer begonnen, ihre Geschichte aufzuarbeiten. Damals fand sie ihre Freundin aus Hindelbank, Ursula Biondi, wieder. Diese sprach in der Sendung «Aeschbacher» über ihre Erlebnisse in Hindelbank. Erst vor fünf Jahren erhielt Ischer mit Biondis Hilfe Akteneinsicht. Und erfuhr Dinge, die ihr verschwiegen wurden. In den Akten war zum Beispiel ein Liebesbrief des Vaters ihres ersten Sohnes. Er wollte sie heiraten, stand darin. Doch ihr wurde der Brief nie weitergeleitet. Zusammen mit Ursula Biondi und anderen Betroffenen ist sie im Verein Ravia organisiert. «Ravia» steht für «Rehabilitierung der administrativ Versorgten»

Der Kampf war steinig und hart!
Kurzer Rückblick:

SRF.CH – Reporter: Ein Leben lang bestraft. Diesen Sommer wartet «Reporter Sélection» mit einem aussergewöhnlichen Blick in die Vergangenheit auf: Die Sendung zeigt eine Auswahl derjenigen Filme, die nach Ausstrahlung Wellen geworfen haben. Die Reportage über Ursula Biondi wurde am 15. April 2009 erstausgestrahlt.

SRF.CH – Tagesschau: Rehabilitierung für Opfer von Zwangsmassnahmen Opfer von Zwangsmassnahmen – also auch Verdingkinder – sollen finanziell rasch entschädigt werden. Dies verlangt der Runde Tisch, der vor einem Jahr eingesetzt wurde, um Gerechtigkeit zu schaffen. Heute hat er in Bern seine Forderungen präsentiert.