Interview: VPOD | Interview mit Elisabeth Keller. Die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen hat die Opfer dabei unterstützt, die Anerkennung des Unrechts einzufordern, das an ihnen begangen wurde. Obwohl es sich ja nicht um ein spezifisches Frauenthema handelt, oder? Elisabeth Keller: Natürlich waren sowohl Frauen als auch Männer von Behördenzwang betroffen. Aber es gibt – nicht nur beim Eingriff in die Reproduktionsrechte – auch eine frauenspezifische Seite dieser Gewalt. «Meine» Involvierung begann 2007 mit dem Telefon einer verzweifelten Ursula Müller-Biondi, einst Zwangsversorgte in Hindelbank, die mit ihrer Lebensgeschichte auf Unglauben, ja Ablehnung stiess. Ich begann zu recherchieren. Es brauchte viel Hartnäckigkeit und die Mithilfe der Zeitschrift Beobachter, bis die Behörden bereit waren, mit uns dieses Thema anzugehen. Und bis zu einer ersten öffentlichen Entschuldigung von Bundesrätin Widmer-Schlumpf, die für viele Zwangsversorgte grosse Bedeutung hat. Dossier: Unter Zwang (S. 11-17)