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  Kurzbeschreibung
 


„Wenn wir Deinetwegen!!! nicht eingebürgert werden, dann ...

Noch heute, wenn ich an mein Teenageralter zurück denke, finde ich es haarsträubend, dass man so um das Schweizer Bürgerrecht bangen musste, dass Väter oder Mütter so ängstlich werden konnten, dass sie den Kindern kaum mehr eine normale Fröhlichkeit zugestehen konnten.

Ursula Biondi - Geboren in Zürich – ist die Lebensgeschichte
 einer in Zürich als Italienerin der vierten Generation aufgewachsenen jungen Frau.
 

Die Autorin arbeitet darin einerseits Ihre eigene Lebensgeschichte auf, geht aber andererseits auch auf die Verhältnisse in den Sechziger-Jahren, also vor noch nicht einmal 40 Jahren ein, als es noch kein Frauenstimmrecht, dafür aber ein Konkubinatsverbot und ein Eheverbot für schuldig Geschiedene gab. Damals galt auch noch das aus der reinen Männerpolitik hervorgegangene Bürgerrechtsgesetz, dessen  Leitgedanke die Einheit des Bürgerrechts in der Familie war, und durch das die Schweizer Frauen, die einen Ausländer heirateten, ihr eigenes Schweizer Bürgerrecht verloren. Auch die Kinder von Schweizer Müttern, wie zum Beispiel Ursulas Vater und Ursula selber, galten nach diesem Gesetz als Ausländer.
Ab 1952 konnten dann wenigstens die Frauen ihr Schweizer Bürgerrecht wieder zurückverlangen, die Väter und die Kinder aber blieben Ausländer.
 

Was diese - heute kaum mehr vorstellbaren - gesetzlichen Bestimmungen für die junge Ursula bedeuteten, darauf geht sie in ihrem Buch schonungslos ein.

Es wird glaubhaft, dass ihr Leben anders verlaufen wäre, wenn sie damals statt des Namens „Biondi“ einen Schweizer Namen getragen hätte, wie zum Beispiel einer ihrer alteingesessenen Schweizer Vorfahren mütterlicherseits „Hasler“, und väterlicherseits „Widmer“ oder „Keller“.

   
  Presseberichte
   
 


Vortrag vom 25.11.02 in Zürich

von Dr. Ursula Davatz
 www.ganglion.ch

   
  Nach Hindelbank ohne Straftat (PDF)
Das Handicap einmal im Leben in Hindelbank eingesessen zu haben, verfolgte sie fortan.

Der Umstand, dass sie in Wirklichkeit nie eine Strafgefangene gewesen ist, wurde nebensächlich.

Klaus Frei

Erschienen in der Limmat Zeitung
(LIZ), Donnerstag, 9. Oktober 2003
© text and pictures and webdesign by k-text.com - klaus frei, zurich, switzerland

   
  Schweizerische Vereinigung der Bewährungshilfe - Association ...
... Ermutigend und inspirierend Ursula Biondi Geboren in Zürich - eine Lebensgeschichte
Verlag Cornelia Goethe Frankfurt am Main ISBN 3-8267-5430-1. ...
   
  *STAR TV - FILM, LIFESTYLE & ENTERTAINMENT
GLOGGER TALK: Ursula Biondi. Sie heisst Ursula Biondi. Sie wuchs in
Zürich als Italienerin der 4. Generation auf, verliebte sich ...
www.startv.ch - 20. Mai 2004
   
  Ursula Biondi - was für ein Leben? In der Schweiz? Hier erzählt eine Frau ihr wirklich bizarres Leben.
Wie sie als Schweizerin als Fremde angesehen wurde, wie sie sich verantworten musste, wie sie ins
Gefängnis kam, um dort «erzogen» zu werden. Eine aufwühlende Geschichte, ein bewegendes Schicksal
einer tapferen, schönen Frau.
GLOGGER TALK: 12. August 2004
   
  GlücksPost
... Reports» auf Star TV. Glogger-Talk Wir berichten über das schicksalshafte
Leben der Ursula Biondi. Star Reports Was das Filmfestival ...
www.glueckspost.ch/index.cfm?rub=26 - 48k - 20. Mai 2004 -
   
  IG Secondas - Filme, Bücher
Geboren in Zürich – Eine Lebensgeschichte Ursula Biondi
Literaturverlag Cornelia Goethe. Links. Scannen, Drucken etc.
www.igsecondas.ch/de/literatur_film.php?nav=10 - 15k
 
   
   
 
 
 
  Das Buch wurde in den Brentano Katalog für Filmstoffe aufgenommen!

Zur Vorstellung neuer Filmstoffe sowie zur Vorlage bei ausgewählten
Drehbuchagenturen, Developmentagenturen, Filmproduzenten, Filmstudio usw.

   
   

 

Leser-Reaktionen
   
  Sr. M. Jacqueline Gehrig
Nun habe ich Ihr Werk - Ihre Lebensgeschichte - zu Ende gelesen.
Ich kann Ihnen nur gratulieren zum Verarbeiten. Sehr erstaunlich,
bewundernswert haben Sie Ihr Leben an die Hand genommen und
das Allerbeste daraus gemacht.
Durch Ihre vielfältigen Lebenserfahrungen können Sie sicher ganz viele
Menschen reich beschenken und auch vielen weiter helfen.
So freue ich mich, bis ich Sie persönlich kennen lernen darf.
   
  Beatrice Maeder - Stadtbibliothek Dübendorf
Zum zweiten Mal las ich Ihr Buch und sah dabei immer Ihre zierliche Figur
vor mir und fragte mich ständig , wie i c h  wohl an Ihrer Stelle alles durchgestanden hätte.
Sie sind eine sehr zähe und widerstandsfähige Person: Der Wille zu überleben siegte.
Die beschriebene Zeit in Ihrem Buch ist mir als Jahrgang 1945 durchaus nicht fremd.
Nur war ich immer angepasst und folgte den elterlichen harten Vorschriften immer ganz
brav, was ich heute eher bedaure.
Ich freue mich sehr auf Ihre Lesung und grüsse Sie sehr herzlich
 Stadtbibliothek Dübendorf
   
  Esther Dürr
Mit Interesse habe ich über's Wochenende Deine Lebensgeschichte gelesen,
welche mich berührt hat. Es freut mich sehr, dass es Dir so gut gelungen ist,
ein Buch über Dein Leben zu schreiben. Mir gefallen - vom Formalen her
gesehen - die flüssige, rhythmische Schreibweise und die gute Sprache.
Das Buch regt zum Denken an. 
Einmal sagte Nietzsche zu Dr. Breuer:
"Haben Sie Ihr Leben gelebt? Oder wurden Sie von ihm gelebt? Haben Sie gewollt?
Oder wurden Sie gewollt? Das Leben geliebt? Oder gereut? Das meine ich, wenn ich
Sie frage, ob Sie Ihr Leben gelebt haben." Quelle: Irvin D. Yalom; Und Nietzsche weinte.
Mir scheint, als ob es Dir gelungen ist, das Leben zu leben, obschon Du auch von
ihm gelebt wurdest. Dein Buch, Dein Triumph, Du hast es geschafft. Ein gutes Gefühl,
welches mit einem guten Selbstwertgefühl gekoppelt ist.
Ich gratuliere Dir herzlich.
   
  ZEM-Fachschule: Ruth Schmidhauser - Heide-Dore Nägeli-Stahl
Dieses Buch ist lebendig und historisch nachvollziehbar geschrieben und beleuchtet
die Mitte des letzten Jahrhunderts von einer neuen Seite. 
Ursula Biondi versteht es, den Leser von Anfang an bis zum Schluss zu fesseln.
Ein beeindruckendes Zeugnis eines schweren Schicksals und dessen Bewältigung.
Dieses Buch könnte ein Bestseller werden.
   
  Dr. Ursula Davatz: (Psychiaterin)
Das Buch von UMB ist ein eindrückliches Dokument einer persönlichen Lebensgeschichte,
wie sie nur das Leben schreiben kann u. wie kein Dichter sie hätte erfinden können. Was
mich ganz besonders  berührt ist die Tatsache, dass sie sich dabei gesund geschrieben hat.
Dies soll möglichst vielen  Menschen, die ähnlich  schwierige Lebensgeschichten durchgemacht
haben Mut machen, nicht aufzugeben u. vielleicht auch zu schreiben, ihr tiefes Leiden in Worte zu
fassen, u. wenn es nur für sie selbst ist.
Ich bin zutiefst dankbar, dass ich beim schreiben dieser einzigartigen Geschichte mit dabei sein durfte. 
   
  Marianne Heimoz Direktorin der Strafanstalt Hindelbank: Ihre Lebensgeschichte hat mich tief
beeindruckt - schön, dass Sie das  Wagnis einer Veröffentlichung eingegangen sind!
   
  Alice Fuhrer - Heilsarmee Zürich:  Mit Interesse bin ich daran Ihre Lebensgeschichte zu lesen.
Es freut mich, dass wir mit unseren Besuchen in Hindelbank etwas Hoffnung und Zuversicht in
Ihr damaliges junges Leben bringen durften. 
   
  Alfonso Miralles: Ich finde keine genügenden Worte um Dir über dessen ausgezeichneten,
menschlichen, interessanten Inhalt zu gratulieren. Es ist fast unmöglich alles zu verdauen und unfassbar,
dass Du über genügend Kräfte gehabt hast, alles über Dich ergehen zu lassen. Ich glaube es gab zu
Deiner Kinderzeit kaum jemand der all dies zu bewältigen imstande gewesen war.
   
  Susan Kronenberg: Zuhause habe ich Dein Buch dann ziemlich rasch gelesen und nach gut zwei
Monaten ein zweites Mal. Es geht schon unter die Haut! Wenn man nicht immer wieder - auch heute
noch - Berichte hört oder sieht, wie mit Menschen umgegangen wird, wäre es kaum zu glauben.
Ich finde es haarsträubend, dass man so um das Bürgerrecht bangen muss, dass Väter so ängstlich
werden können, dass sie den Kindern kaum mehr eine normale Fröhlichkeit zugestehen. 

Was mich auch sehr berührt hat, ist, wie Du eigentlich einfach viel Liebe erfahren wolltest. Du hattest
sie zu vergeben und sie stand Dir immer auch zu. (Es hat mich vielleicht auch einwenig an meine eigene
Geschichte erinnert). Natürliche Freude, natürliche Sinneserfahrungen, natürliches Mitmachen wurden, wie
Du sehr gut beschreibst, an den Pranger gestellt. Ich glaube, Dein Bericht wäre auch für Eltern heranreifender
Jugendlicher lesenswert. Wer sich als Kind in der eigenen Familie nie richtig ausleben kann braucht doch
notgedrungen andere Menschen in vermehrtem Masse, als es sonst die üblichen Kameraden und Freunde
sind. Es ist für mich nachvollziehbar, dass ein junges Mädchen sich so in einer Beziehung verlieren kann.
Ich habe mich beim Lesen oft gefragt, ob für die heutigen  Mädchen diese Gefahr auch immer noch
besteht; - wahrscheinlich weniger, sind sie doch viel selbstbewusster als wir damals. Eine Episode hat mir
klar gemacht, wie schnell ein sehr grosses Unglück geschehen kann, wenn die Umstände darnach sind: ich
sehe Dich in Genua in der "privaten Gefangenschaft", wo eine Nonne über die unglücklichen Arrestanten wacht.
Wie Du - vor lauter Angst, dass Du ertappt wirst - nach der Madonna auf dem Bord greifst. Wäre die Nonne
nun vorbeigekommen und hätte Deine Flucht damit verhindert .... Sich vorzustellen, dass es gar nicht viel
braucht, um evtl. einen anderen Menschen schwer zu verletzen oder noch schlimmer, gibt schon zu denken.
Ich fragte mich natürlich: wie hätte ich wohl reagiert? 
Gut, dass Du dieses Buch geschrieben hast. So viel Unrecht wurde Dir angetan und dass Du heute nicht
verbittert und traurig dahinvegetierst, hast Du sicher einem ganz gesunden, positiven und starken Kern in
 Dir selbst zu verdanken. Es ist bewundernswert, wie Du Deinen ganz persönlichen Weg gegangen bist
und Dich nie und von niemandem hast zurückbinden lassen. Das ist wahre Freiheit!
   
  Silvia Pingoud: Dein Buch mit Deiner Lebensgeschichte hat mich sehr berührt. Es hat mich beeindruckt,
wie Du Dein Schicksal mit viel Mut und Stärke zum Guten wenden konntest. Ich hoffe, die Offenlegung Deiner
Erfahrungen und Dein Einsatz bewirken, dass Dein Wunsch nach mehr Gerechtigkeit gegenüber den
Schwächeren in Erfüllung geht. 
   
  Rolf Stern: Habe Dein Buch fertig gelesen. Bin sehr beeindruckt von der Stärke Deines Charakters, wie
dieser zum Ausdruck gelangt. Doch nicht nur dies. Es ist eine Lehre, keine Vorurteile zu haben. Werde Dir
gelegentlich noch mehr über meine Eindrücke mitteilen.
   
  Johanna Banhidi-Micheli: Ich möchte Ihnen zu Ihrem Buch ganz herzlich gratulieren. Mich hat die Lektüre
so gefangen genommen, dass ich es in einem Satz zu Ende gelesen habe. Ich bin überzeugt, dass auch
unsere Leser in der Bibliothek Freude daran haben werden. Der Leser und noch mehr die Leserin kann
sich mit Ihren Schwierigkeiten und auch mit Ihrer Kraft identifizieren. Die Sprache geht zu Herzen.
   
  Darina Langer: Von Deinem Buch bin ich sehr beeindruckt.
   
  Heidi Ellingsen: Dein Buch war für mich sehr interessant, da ich mich ein bisschen selber sah, strenger
Vater, Bluejeans nicht gern gesehen..., deswegen ging ich immer schön brav im Jupe, mit Pferdeschwanz,
aus dem Haus, dann ging's runter ins Gebüsch, wo ich schnell die Jeans (auf beide Beine hatte ich Elvis gestickt)
anzog, Haare runter und schon spazierte die Halbstarke ungesehen aus dem Gebüsch davon... in den
Schwarzen Ring. Das war einige Jahre bevor Du kamst! Ich war damals 13 Jahre alt und rauchte 1 Paket
Marlboro pro Tag, wenn das mein Vater gewusst hätte, uiuiui! Ich hatte Glück, die Dolmetscherschule
besuchen zu können. Dass Du in diese Anstalt gekommen bist, ist völlig unbegreiflich, das waren ja
schreckliche Zeiten. Ich kann gut verstehen, dass dies Dich Dein ganzes Leben verfolgt, deswegen
hast Du Angst wenn Du durch einen Tunnel fährst.
   
  Heide-Dore Nägeli-Stahl: Ich danke Dir, dass ich in Deinem Leben soviel Platz gewinnen durfte.
Du hast mir viel mit Deiner "Biographie" an Verständnis gegeben. Ich werde achtsam sein mit
Menschen, die solches erleben.
   
  Gabriele Miesch: Herzliche Gratulation zu Deinem Buch. Ich freue mich riesig für Dich.
   
  Margit Schulz - Bibliothekarin - Die Deutsche Bibliothek - Deutsche Bücherei Leipzig
Sehr geehrte Frau Müller-Biondi,
erlauben Sie, dass wir uns heute mit einer Bitte an Sie wenden. Die Deutsche Bücherei erhält seit
ihrer Gründung im Oktober 1912 von den herausgebenden Stellen des In- und Auslandes je ein
unberechnetes Belegexemplar aller ganz oder teilweise deutschsprachigen Veröffentlichungen.
Dadurch entwickelte sie sich in den Jahren ihres Bestehens mit zur Zeit über 12 Millionen
bibliographischen Einheiten zum Gesamtarchiv des deutschsprachigen Schrifttums.
Alle eingesandten Publikationen werden in der "Deutschen Nationalbibliographie" erfasst und
so einem grossen Interessentenkreis bekannt gemacht.
Uns wurde bekannt, dass Sie folgende Veröffentlichung herausgegeben haben,
die in unseren Beständen aber leider noch nicht nachweisbar ist:
Ursula Biondi - Geboren in Zürich - eine Lebensgeschichte.
Die bestehende Vollständigkeit unseres Archivs zu erhalten und auszubauen,
gehört zu den vornehmsten Aufgaben der Deutschen Bücherei. Aus diesem Grunde
erlauben wir uns, Sie um ein kostenloses Belegexemplar genannter Publikation
zu bitten. Für Ihre Bemühungen danken wir Ihnen vielmals im voraus und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
Margit Schulz
Bibliothekarin
   
 
Hubi: Habe Dein Buch mit Begeisterung gelesen....
Herzliche Gratulation
   
 
  Verlagshaus  Cornelia Goethe
 

Wer ist Cornelia Goethe?

Cornelia Goethe
geboren am 7. Dezember 1750 in Frankfurt
gestorben am 8. Juni 1777 in Emmendingen
deutsche Briefschreiberin; Schwester von J. W. Goethe
225. Todestag am 8. Juni 2002

 
 
Wie Zwillinge waren die Geschwister, unzertrennlich. Cornelia erhält – ungewöhnlich für ein Mädchen ihrer Zeit – die gleiche sorgfältige Ausbildung wie der Bruder. Sie lernt Latein und Englisch, Italienisch und vor allem Französisch, erhält Gesangs- und Klavierunterricht, wird im Zeichnen und Tanzen unterwiesen. Den Unterricht durch Hauslehrer überwacht der strenge, pedantische Vater.

Aber während J. Wolfgang Goethe 1765 sein Studium in Leipzig beginnen kann, bleibt Cornelia allein in der häuslichen Enge zurück und ganz der didaktischen Leidenschaft des Vaters ausgeliefert. Auch Wolfgangs Briefe sind kein Trost. Sie sind schulmeisterlich und verweisen die Schwester auf ihre weiblichen Pflichten, nämlich: "die Haushaltung, wie nicht weniger die Kochkunst zu studieren".

Von 1767 bis 1769 hat Cornelia Goethe ein geheimes Brieftagebuch in französischer Sprache geführt. Diese "Correspondance Secrète" an die Freundin Katharina Fabricius blieb erhalten (Goethe verbrannte die Briefe seiner Schwester). In diesen Berichten, Beschreibungen, Szenen wirft Cornelia einen genauen, ja vernichtenden Blick auf die bessere Frankfurter Gesellschaft. Sie lesen sich wie ein autobiographischer Roman, spiegeln ein verzweifeltes Leiden an der weiblichen Rolle. Cornelia sieht keine Alternative zur Ehe: "Es ist offensichtlich, dass ich nicht immer Mädchen bleiben kann, überdies wäre es sehr lächerlich, sich das vorzunehmen."

Mit 23 Jahren – für die damalige Zeit sehr spät – heiratet sie Johann Georg Schlosser, einen Freund des Bruders. "Wen Gott lieb hat dem geb er so einen Mann", schreibt sie an Caroline Herder. Doch die Ehe wird nicht glücklich. Schlosser gibt in der Parabel "Eine Ehestandsszene” dem Bruder die Schuld daran. Cornelia vereinsamt in der Kleinstadt Emmendingen, wo Schlosser als höchstbezahlter Beamter im Großherzogtum Baden seine reformerischen und religiösen Ideen durchsetzen will. Die Geburt der ersten Tochter kostet Cornelia fast das Leben. Sie kann sich nicht erholen: "... was das heißt, als Frau und Mutter zwei Jahre lang im Bette zu liegen ohne im Stand zu seyn sich selbst einen Strumpf anzuziehen ..." Als es ihr endlich besser geht, wird sie erneut schwanger und stirbt nach der Geburt ihrer zweiten Tochter.

Ihrem Lehrer Philipp Seidel hat sie 1772 zum Abschied ein silbernes Petschaft geschenkt. Es zeigt einen offenen Käfig, dem ein Vogel entfliegt, mit der Unterschrift: "La liberté fait mon bonheur." Sie hat diese Freiheit nicht leben dürfen.
Der Cornelia Goethe Literaturverlag ist im Großen Hirschgraben neben dem Frankfurter Goethe-Haus ansässig. Der Verlag widmet seine Arbeit dem Andenken der Schwester Goethes, die als hochbegabtes Mädchen im Großen Hirschgraben aufwuchs, die früh den Gelehrten Schlosser heiratete und die ungefördert mit 27 Jahren allzu jung verstarb.

Der Name Cornelia Goethes steht für literarisches Können in einer den Gesetzen der Wirtschaftlichkeit gehorchenden Welt. Ihr Name ruft in Erinnerung, daß Hochliteratur keine singuläre Erscheinung ohne Sitz im Leben ist, sondern im Umfeld von praktizierter Kultur, von lebendiger Literatur und erlebter Kunst entsteht. Der Verlag erinnert mit seinen Buchausgaben auch an den bedeutendsten Dichter deutscher Sprache.
Der Große Hirschgraben blickt auf eine lange Geschichte zurück. Zahlreiche Persönlichkeiten, deren Namen in der Literatur- und Kulturgeschichte klangvoll sind, haben in dieser Straße gelebt.
Im Jahre 1400 hatte der Jude Gottschalk von Kreuznach dem Rat der Stadt eine Hirschkuh geschenkt. Diese Kuh wurde mit anderen Hirschen in einem Graben gehalten, der, ein Rest der staufischen Befestigungsanlagen, zwischen Katharinenkloster und Karmeliterkloster verlief.
Die Haltung der Hirsche diente dem jährlichen Hirschessen der Ratsherren, das immer prunkvoller gefeiert und schließlich 1580 abgeschafft wurde. Der Graben wurde aufgeschüttet und in Bauland umgewandelt. Im Merianplan der Stadt Frankfurt von 1628 zeigt sich der Große Hirschgraben bereits eng bebaut.
   

Hauptwache, Katharinenkirche und Zeil in Frankfurt a.M. um 1840
 
Friedrich Hölderlin im Weißen Hirsch

Der Weiße Hirsch, 1592 als Gasthaus erstmals dokumentiert, wurde von Jakob Friedrich Gontard um 1786 bezogen. Als Privathaus der Gontards wurde es zum prachtvollsten Anwesen im Großen Hirschgraben umgebaut. Der Hausherr berief als Lehrer seiner Kinder den nachmals berühmten Friedrich Hölderlin (1770-1843). Hölderlin setzte Susette Gontard in der Diotima seines Romans "Hyperion" ein Denkmal der Verehrung und Freundschaft.
Die Freundschaft zwischen beiden bot in der Stadt Anlaß zu Gerüchten. Hölderlin verließ Frankfurt 1798 nach einem Bruch mit Jakob Gontard. Heute noch ist in Frankfurt die Gontard-Bank ansässig.


Der Börsenverein und Johann Friedrich Böhmer im Kleinen Zimmerhof

Johann Friedrich Böhmer (1795-1863) hat als Historiker Bedeutung erlangt. Er war Mitarbeiter des Freiherrn vom Stein und Direktor der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichte. Große Verdienste sind Böhmer insbesondere als Herausgeber der deutschen Kaiserurkunden zugewachsen. Böhmer lebte im sog. Kleinen Zimmerhof, das ein durchaus großes Anwesen war und in dessen Nachfolgebau der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. eingezogen ist. Der Börsenverein ist die 1825 in Leipzig gegründete Standesorganisation der deutschen Verlage und Buchhändler, die jährlich in der Frankfurter Paulskirche den international renommierten Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht.


Das Goethehaus, Johann Wolfgang Goethe, Cornelia Goethe, Christoph Martin Wieland, Freies Deutsches Hochstift, Clemens Brentano
 
1733 hatte die Großmutter Goethes, Witwe des Schneiders Friedrich Georg Goethe, das Haus Nr. 23 erworben. Ihr Sohn, der Jurist Johann Kaspar Goethe, wurde Kaiserlicher Rat und Geschäftsträger von Reichsständen in der Reichsstadt.
Aus der Ehe Johann Kaspars mit Katharina Elisabeth Textor gingen bekanntlich zwei Kinder hervor, der Dichter Johann Wolfgang (1749-1832), der im Elternhaus u.a. sein Erstlingswerk, den "Götz von Berlichingen" schrieb und mit "Werthers Leiden" 1774 schlagartig berühmt wurde; und Cornelia (1750-1777), die spätere Frau des Gelehrten Johann Schlosser. Cornelia Goethe, hochgebildet, sehr begabt und von ihrem Bruder geliebt, starb bereits im Alter von 26 Jahren im Kindbett.
   
  Zu den Besuchern des Hauses gehörten die Dichter Lenz und Wieland und zahlreiche andere Große der Geschichte.
Heute beherbergt das Goethehaus, das nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde, ein Museum. Das Goethehaus wurde später um das Haus Nr. 25 vergrößert. In dem neuen Gebäudekomplex befindet sich das kulturellen Zwecken gewidmete Freie Deutsche Hochstift, das 1859 errichtet wurde und das bedeutende Sammlungen zur Goethezeit pflegt. Darunter befinden sich wertvolle Handschriftenbestände Clemens Brentanos und vieler anderer.


Cornelia Goethe Akademie im Farben-Jenisch-Haus
1787 fielen die Häuser Nr. 13/15 im Großen Hirschgraben durch Schenkung der Niederländischen Gemeinde Augsburger Konfession zu, die bestimmungsgemäß ein Waisenhaus einrichtete. Zu Lebzeiten Goethes gehörten die uniformierten Waisenkinder, die ihren Schulweg machten, zum Straßenbild. Um 1865 wurden die baufälligen Häuser durch einen stattlichen Neubau ersetzt, der 1919 von Hans Jenisch erworben, im Zweiten Weltkrieg zerstört und wieder aufgebaut wurde.
Hier, unmittelbar neben dem Börsenverein, ist auch die Brentano-Gesellschaft Frankfurt/M. mb sowie die Cornelia Goethe Akademie, die Buchautoren fortbildet und die Literaturpreisträger hervorgebracht hat. Im Senat der Cornelia Goethe Akademie versammeln sich Führungskräfte aus Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Akademie unterstützt das Frankfurter Goethehaus, und sie ist Mitglied der Goethe-Gesellschaft in Weimar e.V.
Die Besucher der Cornelia Goethe Akademie blicken heute aus den Fenstern auf den Börsenverein, das Frankfurter Volkstheater der legendären Volksschauspielerin Liesel Christ, das Haus der Familie Goethe und auf eine Straße, die wie kaum eine andere bedeutende Persönlichkeiten hat vorübergehen sehen: Bettina von Arnim, Louise von Rothschild, Reichskanzler Moritz August von Bethmann-Hollweg, Felix Mendelssohn- Bartholdy, Clara Schumann, Elise von Hohenhausen, Heinrich Heine, später dann Marc Chagall, André Gide, Thomas Mann, Hermann Hesse, Albert Schweitzer und viele andere.
 
   
  Bestellung
  Buchtitel "Ursula Biondi - Geboren in Zürich" - Eine Lebensgeschichte
  ISBN 3-8267-5430-1  Neu
  Autorin Ursula Müller-Biondi
   
  Orell Füssli    www.books.ch

  Mein Buch ist in den Orell Füssli Buchhandlungen für Bestellungen verfügbar.
  Herzlichen Dank an Orell Füssli

   
  Direkt Ursula Müller-Biondi
Postfach 554
8044 Zürich
   
  Deutschland Cornelia Goethe Literaturverlag
Verlagsauslieferung
Grosser Hirschgraben 15
D-60311 Fankfurt A/M
   
  Buchhandlungen Orell Füssli   www.books.ch
www.libri.de
www.amazon.de
www.bol.de
www.buchhandel.de